DER WALD

ein Opernfilm nach Ethel Smyth

PREMIERE: 12.06.2021 Opern-Air, Lichthof Theater Hamburg

EINGELADEN: 23.07.2021 zum Sommerkino WUK Theater Quartier Halle an der Salle

„bemerkenswerte Bearbeitung“, taz, 15.6., Alexander Diehl

„Der Wald“ ist so politisch, heutig, formsicher“, Hamburger Abendblatt, 14.6., Falk Schreiber

„ein großartiger Opernfilm“ / „So gewinnt Steeb der Oper ganz neue Dimensionen ab, die sie plötzlich und unerwartet sehr aktuell und hochpolitisch werden lässt. Mit einem Werk um Jagdherren, Knechte, Bräute und eine Hexe gelingt ihr das Kunststück, den erstarkenden rechten Rand Deutschlands zu beleuchten. Und ein bisschen ergreift sie einen beim Zuschauen dann auch: die deutsche Angst, bzw. die Angst vor den Deutschen.“, hamburgtheater.de, 20.06.21, Birgit Schmalmack

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MDR Klassik Beitrag mit Verweis auf DER WALD

TEAM:

Iolanthe / Lisa Florentine Schmalz

Heinrich / Ferdinand Keller

Röschen / Isabel Reinhard

Rudolf / Friedo Henken

Schildkröte / Felix Stachelhaus

Schlagwerk, Synthesizer, Elektronik / Felix Stachelhaus

Sextett / Geige – Juditha Haeberlin, Geige – Mona Burger, Bratsche – Carrie Robinson, Cello – Lea Tessmann, Kontrabass – Kristin Kuldkepp, Horn – Sonja Engelhardt

Komposition / Ethel Smyth

Regie, Konzept, Künstlerische Leitung / Kerstin Steeb

Musikalische Leitung, Arrangement, Komposition / Felix Stachelhaus

Kamera, Schnitt / Martin D‘Costa

Szenen-, Kostümbild, Location-Scout / Hanne Lenze-Lauch

Produktion, Konzeptuelle Beratung / Stückliesel

Drehbuch / Kerstin Steeb, Katja Meier

Illustration / Eléonore Roedel

Dramaturgie / Katja Meier

Monologe Iolanthe / Ivana Sokola

Animationen / Benjamin Jantzen

2. Kamera / Jacob Hohf

Ton, Musikmischung / Patrick Dadaczynski

Maske, Ausstattungsassistenz / Johanna Winkler

Regieassistenz / Elli Neubert

Tonassistenz, Farbkorrektur / Judith Zastrow

Korrepetition / Eva Barta

Szenenfotos / Heike Blenk

Rudolf und Iolanthe / Foto: Heike Blenk

DER WALD ist eine Produktion von Kerstin Steeb in Kooperation mit dem LICHTHOF Theater. Gefördert durch: Behörde für Kultur und Medien Hamburg / Fond Darstellende Künste e.V. / Hamburgische Kulturstiftung / ZEIT-Stiftung Ebelin und Gerd Bucerius / Mariann-Steegmann-Foundation.

Unterstützt durch die Amadeu Antonio Stiftung, Boosey & Hawkes, Die Vielen, Zeigermann_Audio, Huckepack Umzüge, Wavecube, MotivBuero Hamburg, Revierförsterei Kleckerwald.

Rudolf, Röschen, Heinrich und Schildkröte / Foto: Martin D’Costa

Die Komponistin Ethel Smyth widmete sich schon vor über 100 Jahren in ihrer romantischen Oper DER WALD (UA Berlin 1902) mit ganz eigenen Motiven dem Phänomen German Angst. Woher kommt sie? Diese Angst vor dem Fremden, dem Unbekannten, dem Unkontrollierbaren? 

Für die Neuinszenierung als Film hat Kerstin Steeb ein multidisziplinäres Team um sich versammelt, um Geschichte und Gegenwart, Realität und Kunst miteinander zu konfrontieren. Der Plot der Oper wird mit Originalzitaten aus drei privaten Chatgruppen verwoben. Das dokumentarische Material wird den Sänger:innen in den Mund gelegt. Frisch eingespielte Opernromantik trifft auf Overdub-Chöre und fett produzierte Dubstep-inspirierte Neukompositionen. Ethel Smyth’s „Der Wald“ begegnet einem identitären Elektronik-Soundtrack. Filmischer Realismus trifft auf Videospielästhetik und auf politische Collage. Kerstin Steeb schafft als Regisseurin dabei eine einzigartige Form für zeitgenössische feministisch-politische Inhalte innerhalb einer nach wie vor von Männern dominierten Opernszene.

In der Story des Waldes wird die Dorfgemeinschaft zum absoluten Ideal, alles Fremde wird zum Feindbild. Die Figuren der Oper ziehen sich in ihre eigenen vier Wände zurück und werden von der Angst infiziert. Sie entwickeln sich zu Preppern, die sich in Deutschtümelei und Abschottung ihren dystopischen Verschwörungserzählungen hingeben. Durch die Verbindung von Musiktheater mit Videospiel- und Filmästhetik seziert DER WALD die Keimzelle der German Angst mitten unter uns, im Heute, in der bürgerlichen Mitte, dort, wo sie nicht vermutet wird. Vielleicht ist ja die Angst selbst das größte Monster in unserem reichen, geordneten Risikogebiet?

Alle geschriebenen, gesagten und gesungenen Chat-Texte sind Originalzitate aus drei verschiedenen privaten Chatverläufen. (Quellen: taz, das Recherchekollektiv LSA Rechtsaußen und Kerstin Steeb)

Schildkröte, Heinrich, Röschen, Rudolf / Foto: Heike Blenk

14. Juni 20.15 Nachgespräch zum Film 1

Mit den Künstler:innen sowie Jan Riebe (Amadeu Antonio Stiftung) und Dr. Imke Schmincke (Soziologin LMU München)

 
Rechte Narrative und rechtes Gedankengut werden „salonfähig“ in unserer Gesellschaft. Wie funktioniert diese Verschiebung des Sagbaren? Welche Anteile hat die Bürgerliche Mitte am Entstehen und Weiterbestehen von Rassismus, Antisemitismus und Antifeminismus? 
 

17. Juni 20.15 Nachgespräch zum Film 2

Mit den Künstler:innen sowie Cornelia Bartsch (Musikwissenschaftlerin) und Andreas Speit (Autor und Journalist)

 
Im Gespräch mit unseren Gästen beleuchten wir die historische Seite von DER WALD. Das Leben, die Musik und das Engagement der Komponistin Ethel Smyth sollen ebenso im Vordergrund stehen, wie auch die Entstehung rechter Erzählungen um 1900, die ihre Fortschreibung unter anderem in alternativen Milieus der Gegenwart erfahren.

(c) Eléonore Roedel



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