Das Tagebuch der Anne Frank

Grigori Frid, Theater Lüneburg

Premiere: 17.09.2021

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Anne Frank ist zu einer Symbolfigur geworden für alle, die vom NS-Regime verfolgt und umgebracht wurden. Ihr Tagebuch, das sie bis zu ihrer Entdeckung durch die Gestapo in ihrem Versteck in Amsterdam schrieb und das wie durch ein Wunder erhalten blieb, erzählt aber vor allem von einem neugierigen, nachdenklichen und lebensfrohen Mädchen, von ihrer ersten Liebe, von Zorn und Streit, Glück und Freude. Wie wäre es wohl, wenn wir Anne Frank heute begegneten – 90 Jahre alt wäre sie. Und sie könnte von ihren Erlebnissen von damals berichten, so wie es die letzten Zeitzeuginnen und Zeitzeugen bis heute tun.

Konzipiert für Vorstellungen in Schulen wird diese Oper (fast) zu einem solchen Zeitzeugenbericht.

Als mobile Produktion für Vorstellungen in Schulen buchbar. Für Terminanfragen wenden Sie sich bitte an Sabine Bahnsen, Leiterin der Junge Bühne T.3 unter: sabine.bahnsen@theater-lueneburg.de. Klicken Sie HIER für weitere Informationen.

Fassung und Regie /// Kerstin Steeb

Musikalische Leitung /// Kanako Sekiguchi

Sopran /// Franka Kraneis

Ausstattung /// Barbara Bloch

Startbild /// t&w / Hans-Jürgen Wege

Foto: Barbara Bloch

„ES IST EIN SELTSAMES PHÄNOMEN, DA ICH MICH MANCHMAL WIE MIT DEN AUGEN EINES ANDEREN SEHE. ICH BETRACHTE MIR DIE ANGELEGENHEIT EINER GEWISSEN ANNE FRANK UND BLÄTTERE SEELENRUHIG IN MEINEM EIGENEN LEBENSBUCH, ALS WÄRE ES DAS EINER FREUNDIN.“ ANNE FRANK
„Ich bin Kitty, ich bin die Freundin, die Anne nie haben konnte. Ich heiße genauso, wie sie ihr Tagebuch genannt hat. Ich bin so alt, wie Anne jetzt wäre.“ So lauten die ersten Worte der Sängerin Franka Kraneis auf der Bühne, wenn sie das übergroße Tagebuch auspackt. Sie ist alt geschminkt, um zu zeigen, wie alt Anne Frank jetzt sein könnte, hätte die deutsche Geschichte dieses Mädchen nicht auf dem Gewissen. Es zeigt dem jungen Publikum außerdem, dass wir gerade noch in einer Zeit leben, in der letzte Zeitzeugen befragt werden können. Das wird nicht mehr lange so sein. Die Geschichte von Anne Frank darf niemals in Vergessenheit geraten, erst recht nicht in Zeiten, in denen Rassismus in ganz Deutschland wieder salonfähig wird und sich in Taten und in Politik breitmacht. Dass wir uns so poetisch, fantasievoll und bildlich mit der Geschichte auseinandersetzen können, ist ein großer Verdienst von Anne Frank. Sie lädt jede neue junge Generation zum Perspektivwechsel ein. Indem die Sängerin als fiktive Freundin singt, oder auch als personifiziertes Tagebuch, werden zugleich Annes Gedanken wieder lebendig und zeitgleich wird klar, dass es Anne stark an Austausch mit Gleichaltrigen im Versteck gemangelt hat. Es ist auch eine Oper, die von der Wichtigkeit der Freundschaft erzählt. Annes einziges Ventil war die Schriftsprache. Die Handschrift. „Papier ist geduldig“ schrieb Anne. „LETZTLICH KOMME ICH IMMER WIEDER AUF MEIN TAGEBUCH ZURÜCK, DAS IST MEIN ANFANG UND MEIN ENDE, DENN KITTY IST IMMER GEDULDIG.“ / „WER AUßER MIR WIRD SPÄTER ALL DIESE BRIEFE LESEN? WER AUßER MIR WIRD MICH TRÖSTEN?“ ANNE FRANK
Anne kann auch heute noch neben ihrem Schicksal und ihrer Bedeutung innerhalb der Geschichte als Vorbild für junge Menschen gelten. Sie hatte für ihre Zeit ungewöhnlich feministische Gedanken und hatte einen intensiven Wunsch nach intellektueller und auch sexueller Aufklärung, explizit ohne dabei die Geschlechter zu trennen.
„ICH KANN MIR NICHT VORSTELLEN, DAß ICH SO LEBEN MUß WIE MUTTER, FRAU VAN DAAN UND ALL DIE ANDEREN FRAUEN, DIE IHRE ARBEIT MACHEN UND SPÄTER VERGESSEN SIND. ICH MUß NEBEN MANN UND KINDERN ETWAS HABEN, DEM ICH MICH GANZ WIDMEN KANN! O JA, ICH WILL NICHT UMSONST GELEBT HABEN WIE DIE MEISTEN MENSCHEN. ICH WILL DEN MENSCHEN, DIE UM MICH HERUM LEBEN UND MICH DOCH NICHT KENNEN, FREUDE UND NUTZEN BRINGEN. ICH WILL FORTLEBEN, AUCH NACH MEINEM TOD.“ ANNE FRANK
Die Mono-Oper „Das Tagebuch der Anne Frank“ versteht es einerseits ganz genau, die Stimmungsschwankungen Annes zwischen Träumerei und Sehnsucht nach Freiheit und andererseits dunklen Vorahnungen und starken Ängsten erklingen zu lassen. Diese Atmosphären greifen wir auf der Bühne auf und bebildern sie, anstatt historische Räume abzubilden.
Kerstin Steeb / Fassung und Regie

Foto: Barbara Bloch


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