Ein Sommernachtstraum

nach Shakespeare und Purcell

Kanu-Wander-Theater 2018, Fünf Aufführungen: 29.06.2018

Regie, Fassung /// Kerstin Steeb

Ausstattung /// Anja Schotte

Maske /// Lena Boneß

Beteiligte:

Gäste /// Maren Kraus (Schauspielerin), Hanna Ramminger (Sopran), Johannes Euler (Countertenor), Johannes Strauß (Tenor)

KWT-Ensemble /// Sam MacNab, Merle Engling, Jan-Hendrik Wagner, Katharina Rinio, Sarah Jakob, Julien Ziegeler, Jürgen Choinovski, Ronny Berger, Malin Freytag, Marleen K. Schwarz, Marek Tillmann, Niklas Mansen, Katja Klein, Uwe Datow, Christian Thiessen, Julia Menk, Elia Fries, Michael Spangenberg,

Gruppen /// Freie Schule Mölln (Ltg. Ruth Lietz, Marlies Heidle), Artgenossen (Männerquartett: Lenard Filsinger, Jens Pechel, Joachim Thiel, Kai Wilke, Gelehrtenschule Ratzeburg (Ltg. Hanno Brinkmann), Integr. Tanzgruppe ETSV Billwerder (Ltg. Isabella Hinz u. Kerstin Steeb), SingSangSong (Frauenchor, Ltg. Dmitri Tepliakov), LolaBand (Ltg. Ulrich Kodjo Wendt)

PRESSE

„Und, springt sie wirklich rein?“ – „Nein, das kann ich mir nicht vorstellen…“ Ein beherzter Sprung, ein Platsch – und Puck (in dieser Szene: Julia Menk) ist vom Ast des großen Baumes in den Salemer See gesprungen. Sicherlich ungewöhnlich für ein Theaterstück, nicht aber für das Kanu-Wander-Theater, das dieses Jahr ganz im Zeichen von Shakespeares „Sommernachtstraum“ stand. Da geht eben Puck auch mal baden, Oberon (in dieser Szene: Jürgen Choinovski) putzt sich im Bademantel die Zähne, während er seinen Gehilfen losschickt, Titania und die beiden Liebespaare ordentlich durcheinander zu bringen, und die Handwerker sind keine Handwerker, sondern ein echter Darstellendes Spiel-Kurs (Lauenburgische Gelehrtenschule Ratzeburg), der sich bemüht, endlich beim Kanu-Wander-Theater aufgenommen zu werden. Shakespeares Klassiker wird eben nicht reproduziert, sondern kommt mit Witz, Ironie, Spannung und aktuellen Bezügen daher. Und mit wahrlich zu Herzen gehenden Momenten: Wenn zum Beispiel Hermia (in dieser Szene: Hanna Ramminger) mit der Arie „O let me weep“ (Henry Purcell) ihr Schicksal beweint, vergisst der Zuschauer, dass er doch eben gerade noch über Pucks gewagten Sprung ins kühle Nass gelacht hat, so ergreifend und ehrlich wirkt die Musik.

Über 100 Mitwirkende erweckten Shakespeares Klassiker zum Leben, Regisseurin Kerstin Steeb stellte einmal mehr unter Beweis, dass sie mit Amateuren und Profis gleichermaßen großes Theater an einem spannenden, aber mitunter auch komplizierten Spielort realisieren kann. Auch für die Akteure eine Herausforderung, die – von den Kindern der Freien Schule Mölln über (Profi-)Musiker bis zu den (Amateur-)Schauspielern – alle mit viel Spielfreude und Authentizität gemeistert haben.

Nach drei Stunden Paddeltour in großartiger Natur, mit Szenen zum Lachen und Weinen, kommt die Ruhepause im Schaalseecamp den Zuschauern sehr gelegen, aber die meisten sind sich einig: Im nächsten Jahr wollen sie wieder mit dabei sein.

Stiftung Herzogtum Lauenburg.

FOTOS (Antje Berodt)

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PRESSE Bergedorfer Zeitung 2.7.2018, Marcus Jürgens

„Die Zu­schauer paddeln auf dem 7,5 Kilometer langen Kanal, der den Ratzeburger See mit dem Schaalsee verbindet und dabei auch den Salemer und den Pi­ persee durchzieht, an den Ak­ teuren vorbei. William Shakes­ peares „Ein Sommmernachts­ traum“ hat Regisseurin Kerstin Steeb auf elf Szenen verkürzt, die von Schauspielern am Ufer dargestellt werden. (…) Seit 2009 gehört das Event zum festen Programm des Kul­ tursommers und ist jedes Mal schon sehr frühzeitig ausge­ bucht. Bisher reicht der Etat des Kultursommers jedoch im­ mer nur für einen Auffüh­ rungstag – fünf Gruppen in je­ weils acht bis neun Kanadiern machen sich dann auf die 7,5 Kilometer lange Theatertour über den Kanal.“

 

 



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